Urlaub in Deutschland – die schönsten Reiseziele im Norden

Die schönsten Urlaubsziele im Norden

Nord- und Ostsee kenne ich wie meine eigene Westen- …äh Regenjackentasche. Zumindest gefühlt. Denn fast jeden Urlaub meiner Kindheit habe ich an der deutschen Küste verbracht. Früher fand ich das manchmal doof. Während meine Freunde nach Fuerteventura oder Griechenland in den Cluburlaub geflogen sind, saß ich bei Wind und Wetter in der Ferienwohnung. Immer dabei: Gummistiefel und Regenjacke. Das erste Mal im Flieger saß ich deswegen erst mit 17 – klingt in unserer heutigen Vielfliegergesellschaft fast schon absurd. Mittlerweile bin ich meinen Eltern dankbar, dass sie mir den Pauschalurlaub erspart haben. Denn so habe ich in den letzten Jahrzehnten viele tolle Reiseziele im Norden kennengelernt.

Der deutsche Norden hat wunderschöne Landstriche mit einer jeweils ganz eigenen Kultur. Ich liebe die kleinen Dörfer in Ostfriesland mit ihren Teestuben ebenso sehr wie die imposanten Backsteinkirchen an der deutschen Ostsee-Küste.  In diesem Beitrag habe ich euch die schönsten Reiseziele im Norden zusammengefasst, die ich in den letzte Jahren besucht habe. Natürlich erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn ein paar Sehnsuchtsorte in Norddeutschland stehen immer noch auf meiner Liste. Einen Cluburlaub auf Fuerteventura habe ich übrigens immer noch nicht gemacht – muss auch nicht.

Tipps für einen Urlaub in St.Peter-Ording

Der breite Sandstrand von St. Peter-Ording

Urlaub in Schleswig Holstein 

Nur knapp 3 Millionen Menschen leben im nördlichsten Bundesland Deutschlands. Dafür gibt es hier fast 3.500 Windkraftanlagen, die mittlerweile fast den gesamten Bruttostromverbrauch des Landes decken und schon fast zu einem Wahrzeichen des Landstrichs geworden sind. Dazu kommen noch ein paar tausend Kühe und Schafe. Schleswig-Holstein bietet aber noch mehr: Das Land zwischen Nord- und Ostsee, lockt mit breiten Stränden, berühmten Leuchttürmen und charmanten Städten wie Lübeck oder Friedrichstadt. Und wer mag, macht mal eben einen Tagesausflug nach Dänemark.

St. Peter-Ording – das Paradies für Windsurfer

Eine steile Brise und der breiteste Sandstrand Deutschlands, machen St. Peter Ording zu einem absoluten Paradies für Wind- und Kitebuggysurfer. Wer nicht gerne wie eine Sardine am Strand liegt und auf Aktivurlaub steht, wird hier sicherlich glücklich. Außerdem steht hier der wohl berühmteste Leuchtturm Deutschlands – der Westerhever.

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Husum – die (nicht ganz so) graue Stadt am Meer

Dank Theodor Storm ist Husum deutschlandweit als graue Stadt am Meer bekannt. Dessen Geburtshaus steht hier übrigens heute noch und beherbergt das Theodor Storm Museum. Grau sieht der Hafen heute übrigens nicht mehr aus – in rot, blau und gelb präsentieren sich mittlerweile einige der alten Kapitäns- und Fischerhäuser. Hier gibt es auch natürlich die berühmten Husumer Krabben zu kaufen, denn von Husum aus erreicht man die Fanggründe am besten. Frischer geht es nicht.

Tipp: Bei schlechtem Wetter das Schifffahrtsmuseum besuchen!


Sylt – mehr als Austern und Schickeria

Jahrelang habe ich mich Sylt verweigert, weil ich dachte die Insel besteht aus Champagner- und Austernschlürfenden Neureichen. Tut sie auch, aber eben nicht überall. Wunderschöne Strände, das rote Kliff und reetgedeckte Häuser machen Sylt zu einem echten Nordsee-Traum-Reiseziel. Von den üblichen Schickeria-Spots kann man sich gut fernhalten.

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Lübeck – das Mekka für Marzipanliebhaber*innen

Mein letzter Besuch in Lübeck ist schon ein paar Jahre her, aber ich habe die Hansestadt immer noch in guter Erinnerung. Wer an Lübeck denkt, der hat natürlich vor allem das berühmte Holstentor vor Augen. Aber die Altstadt hat mit dem Rathauplatz, den verwinkelten Gassen und dem Gängeviertel noch viel mehr zu bieten. Fast 2000 denkmalgeschützte Gebäude gibt es in Lübeck – sie zählen zum Weltkulturerbe. Natürlich kann man die Stadt nicht verlassen, ohne nicht einmal das berühmte Niederegger Marzipan zu kosten, das wird hier schon seit 1856 hergestellt.

Foodguide Hamburg

Hamburg

Hamburg ist eine meiner absoluten Lieblingsstädte in Deutschland. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich hier schon zu Besuch war. Ob tagsüber an der Alster oder abends auf der Reeperbahn – die Hansestadt hat einen ganz besonderen Charme. Hippe Restaurants, alte Eckkneipen, Fischbuden und Museen – Hamburg hat für jeden etwas zu bieten.

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Urlaub in Norddeutschland

Die Altstadt von Stade

Urlaub in Niedersachsen

Cuxhaven – Wattenmeer und dicke Pötte

Für Bootsliebhaber ist Cuxhaven das reine Paradies. Im Minutentakt fahren hier Schiffe aus der ganzen Welt vorbei. Meistens sind sie auf dem Weg nach Hamburg. Cuxhaven hat aber noch mehr zu bieten. Hier kann man durch Heide wandern, bei Ebbe zur Insel Neuwerk laufen, Seehunde schauen und natürlich viel Fisch essen.

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Neuharlingersiel – das malerische Fischerdorf in Ostfriesland

Plattdeutsch, Tee und Windmühlen – Ostfriesland bietet alles, was man sich von einem Nordsee-Urlaub wünscht. Ich habe besonders häufig in Neuharlingersiel Station gemacht, das vor allem für seinen malerischen Fischerhafen bekannt ist. Von hier aus kann man die Fähre nach Spiekeroog nehmen – eine der 7 bewohnten ostfriesischen Inseln. In Ostfriesland steht übrigens auch der berühmte gelb-rote Leuchtturm aus dem Film „Otto, der Außerfriesische“. Mittlerweile das Wahrzeichen der Region.


Stade – 1000 Jahre Stadtgeschichte

Verwinkelte Gassen, altes Fachwerk und ein historischer Hafen. Stade ist ein echtes Postkartenmotiv. Die Hansestadt gehörte schon zu Schweden und Dänemark. Wer mehr über die 1000-jährige Stadtgeschichte erfahren will, wird in einem der vielen Museen sicher mehr erfahren. Zum Beispiel im Schwedenspeicher oder im Freilichtmuseum auf der Museuminsel. Man sollte Stade aber nicht verlassen, ohne einen Abstecher ins Alte Land zu machen – dem größten Obstanbaugebiet Europas. Im Frühjahr, wenn die Obstbäume blühen, ist es hier besonders schön.

Tipp: Ein Picknick auf dem Herzapfelhof buchen!

Reiseziele im Norden - Worpswede

"Reiseziele

Das mittelalterliche Schnoorviertel in Bremen

Bremen

Bremen – Musikanten, Backstein und ein wenig Großstadtluft

Die Hansestadt ist ein bunter Mix aus alt, neu, arm, touristisch und hipp. Die Altstadt gehört zum Unesco Weltkulturerbe – immerhin ist das Bremer Rathaus schon 600 Jahre alt und wurde nie zerstört. In der Nähe steht auch das Denkmal für die tierischen Musikanten, deren Geschichte wohl wirklich jeder in Deutschland kennt. Aber ob nun ein Streifzug durch das mittelalterliche Schnoorviertel, ein Besuch der Markthalle Acht, Einkaufen auf den Blumenmarkt oder ein Nachmittag im Bremer Szeneviertel  „das Viertel“ – die Hansestadt ist definitiv einen Ausflug wert.


Bremerhaven – zwischen schick und schmuddelig

Bremerhaven ist nicht gerade das typischen Küstenidyll. Die Stadt wird durch Armut und Arbeitslosigkeit geprägt und ist an manchen Ecken ziemlich heruntergekommen. Alte Backsteinhäuser mischen sich mit Nachkriegsbauten und Hafenkränen. Umso verwunderlicher, welche Vielfalt an tollen Museen es hier gibt und wie sehr sich der Hafen seit einigen Jahren wandelt – von schmuddelig zu schick. Unbedingt auch mal die „Meile“ besuchen, so wird der historische Teil des Fischereihafens genannt.

Hier findest du nich mehr Tipps für die Region um Bremerhaven!


Worpswede – die Künstlerkolonie im Moor

Gerade mal knapp 10.000 Einwohner hat das Dorf Worpswede heute. Trotzdem ist die kleine Gemeinde am Teufelsmoor in ganz Deutschland berühmt. Denn 1889 gründeten hier Expressionisten und Impressionisten eine Künstlerkolonie – darunter Fritz Mackensen und Otto Modersohn. Selbst Gäste wie Rainer Maria Rilcke ließen sich hier blicken. Inspiriert wurden sie durch die schier endlose Moorlandschaft, die dem Ort eine ganz besondere Stimmung verleiht. Die Wohnhäuser der Künstler kann man noch heute besichtigen. Gleich vier Museen bieten einen Einblick in die Werke der Worpsweder Künstlerkolonie. Aber das ist noch nicht alles: Auch heute fördert und beherbergt der kleine Ort zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler. Davon kann man sich in vielen Galerien selbst überzeugen.

Urlaub auf Rügen

Die Kreidefelsen auf Rügen

Mecklenburg Vorpommern

Rügen – Deutschlands größte Insel

Die größte Insel Deutschlands gehört für mich zu den schönsten Flecken des Landes. Weiße Sandstrände und das klare Wasser der Ostsee lassen im Sommer fast etwas Karibik-Stimmung aufkommen. Natürlich kann man die Insel nicht verlassen ohne einmal die berühmten Kreidefelsen zu besuchen. Die weißen Felsen sind aber nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern spielen auch eine Rolle im Rügener Wellness-Angebote. Wer es lieber ruhiger angeht, gönnt sich eine Gesichtsbehandlung mit der weißen Heilkreide, bucht einen Yoga-Kurs oder besucht im Winter die Strandsauna in Binz. Aktiv oder ruhig – geht auf Rügen beides.


Nienhagen – Willkommen im Gespensterwald

Gerade mal knapp 2000 Einwohner zählt das kleine Ostseebad Nienhagen. Was den Ort besonders macht, ist die 12 Meter hohe Steilküste und der Gespensterwald. Seit Jahrzehnten verformt der Seewind hier die bis zu 170 Jahre alten Buchen, Eichen und Eschen. Krumm und schief stehen sie an der Klippe und geben dem Ort eine verwunschene und ganz besondere Atmosphäre. Ein schönes Ausflugsziel, wenn ihr in der Gegend zwischen Heiligendamm und Warnemünde unterwegs seid.


Wismar – bewegte Geschichte

Die kleine Hansestadt Wismar gehört mit ihren alten Gibelhäusern, dem Hafen und imposanten Kirchen sicher zu den schönsten Orten in Mecklenburg-Vorpommern. Noch heute erinnert die Altstadt nicht nur an die Blütezeit der Hanse, sondern auch an die schwedische Vorherrschaft. Denn von 1648 bis 1803 gehört die Hafenstadt Wismar zum schwedischen Königreich. Wer mehr über die bewegte Stadtgeschichte erfahren möchte, kann das zum Beispiel im Welt-Erbe-Haus tun.


Stralsund – Weltkulturerbe und Meeres-Riesen

Wer Urlaub auf Rügen macht sollte unbedingt noch einen Zwischenstopp in Stralsund einlegen. Die ehemalige Hansestadt überzeugt mit einer wunderschönen Altstadt, beeindruckenden Backsteingotik-Kirchen und einigen interessanten Museen. Empfehlenswert ist das Ozeanum, das zum deutschen Meeresmuseum gehört. Besonders beeindruckend: Im Hauptraum werden Wal-Modelle in ihrer originalen Größe gezeigt.


Usedom – Deutschlands Sonneninsel

Im Laufe ihrer Geschichte erlebte die Insel Usedom viele Auseinandersetzung. Heute gehört der größte Teil der Insel zu Deutschland und ein kleinere Teil zu Polen. Ein Grenzstein am Strand markiert die Grenze. Mittlerweile hat sich die Insel zu einem beliebten Urlaubsort entwickelt und zählt nach Rügen die meisten Übernachtungen auf einer Insel in Deutschland. Wahrscheinlich auch deswegen, weil Usedom als Sonneninsel gilt. Denn diese zeigt sich hier besonders häufig.

Das sind meine Tipps für die schönsten Reiseziele im Norden von Deutschland. Diese Liste werde ich hoffentlich in den nächsten Jahren noch erweitern können. Bis dahin freue ich mich auf deine Empfehlungen. Wo gefällt es dir im Norden von Deutschland am besten? Noch mehr Tipps für einen Urlaub in Deutschland findest du in der Kategorie Reisen

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