Verona – Tipps für ein Wochenende in der Stadt von Romeo und Julia

Ein Trip in die Stadt von Romeo und Julia

Parisgilt gemeinhin als Stadt der Liebe. Aber die wohl größte und zugleich tragischste Liebesgeschichte der Literaturgeschichte hat sich in Verona abgespielt. Zumindest hat Shakespeare sie dort platziert. Der Fiktion zum Trotz –  der berühmte Balkon der Julia wurde erst in den 30er Jahren in der Casa Giulietta montiert – strömen jährlich tausende Touristen in den kleinen Innenhof, um einmal die Büste der Julia zu berühren. Das soll angeblich Glück bringen. Deswegen hat die Gute mittlerweile eine komplett blank gerubbelte Brust – aber wenn es hilft?

Die kleine Stadt in Venetien hat aber noch mehr zu bieten als Brüste und Balkone. Malerische Gassen, mittelalterliche Architektur, die Nähe zum Gardasee und Sehenswürdigkeiten wie das Amphitheater machen Verona zu einem perfekten Kurz-Reiseziel. Zumal Verona weit aus weniger überlaufen ist als das berühmtere Venedig etwas weiter südlich. Das sind unsere Tipps für ein Wochenende in Verona:

Tipps für ein Wochenende in Verona

Einen Spaziergang durch die Altstadt machen

Die kleine Stadt am Etsch kann man wunderbar zu Fuß erkunden. Mittelpunkt der Altstadt ist sicherlich die Arena di Verona an der Piazza Bra. Hier ist im Sommer eigentlich immer was los – Flanieren, Eis essen oder Ramsch kaufen kann man hier bis weit nach Mitternacht. Sehenswert ist außerdem die Piazza Delle Erbe, etwas weiter nördlicher in der Altstadt. Zu den Highlights gehören darüber hinaus die Scaliger-Grabmäler in der Kirche Santa Maria Antica, die an die ehemaligen Stadtherren Veronas erinnern. Die wohl beeindruckendste Kirche in Verona ist aber der Domkomplex von Verona, der für wenige Euros besichtigt werden kann.

Den Ausblick auf Verona vom Castel S. Pietro genießen

Auf einem Hügel, unweit vom Teatro Romano entfernt, befindet sich das Castel San Pietro. Von der alten Festung hat man eine traumhafte Aussicht auf den Etsch und die Altstadt von Verona. Wer aus dem Zentrum kommt, überquert die Ponte Pietra und biegt dann in die Scalinata Castel S. Pietro ab. Ein paar Stufen muss man dann doch erklimmen, wenn man hoch hinaus will. Dafür wird man aber mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Gelato, Pizza und Cornetti – Futtern in Verona

Italien könnte auch ein Synonym für Genuss sein. Keiner anderen Landesküche bin ich so verfallen wie der Italienischen. Natürlich kann man sich auch in Verona ganz wunderbar den Wams vollbauen.

Richtig leckeres Gelato gibt es in der Gelateria Savoia – angeblich das beste der Stadt. Bestellt euch unbedingt mal zwei Kugeln im Brioche – einfach genial. Wer mehr Lust auf Gebäck und Kuchen hat, wird gleich gegenüber im Caffé Wallner fündig

Richtig leckere Pizza gibt es in der Bella Napoli Sede Storica. Die kommt hier als Meterware auf den Tisch und eignet sich daher perfekt zum Teilen. Außerdem haben wir eine ziemlich gute Pizza in der Le Catine de l’Arena gegessen. Und das obwohl das Restaurant direkt im touristischen Zentrum liegt. Eignet sich übrigens wunderbar zum Abendessen, wenn ihr danach noch in die Oper geht, denn die Arena befindet sich gleich gegenüber vom Restaurant.

Das mit Abstand beste Essen in Verona hatten wir allerdings im Amo Bistrot. Das hippe Restaurant bietet einen günstigen Mittagstisch im ruhig gelegenen Innenhof. Der Eingang ist etwas versteckt, daher ist es nicht überlaufen und war eine echte Oase der Ruhe im touristischen Trubel der Altstadt.

Tipp: Wer übrigens mal keine Lust auf Italienisch hat – kaum vorstellbar – bekommt bei Flower Burger sehr leckere vegane Burger.

Shoppen auf der Via Giuseppe Mazzini

Verona ist zwar nicht Mailand, aber auf der Einkaufsstraße des pittoresken Städtchens kann man gut und gerne mehrfach die Kreditkarte zücken. Von den bekannten schwedischen Modeketten bis hin zu italienischen Luxusmarken ist hier so ziemlich alles vertreten. Da alles nah beieinander liegt, läuft man sich beim Geld ausgeben auch nicht die Füße platt.

Tipps für ein Wochenende in Verona

Tipps für ein Wochenende in Verona

Die Casa Giulietta besuchen

Es ist DIE Attraktion in Verona – der Balkon der Julia. Der Palast der Familie Capello – angeblich das Vorbild für die Capulets in Shakespears Tragödie – stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Eingang ist von unten bis oben beschmiert mit mehr oder weniger romantischen Liebesbekundungen. Überall stecken die berühmten Briefe an Julia in den Ritzen des alten Mauerwerks. Im 20. Jahrhundert wurde nachträglich der Balkon angebracht, auf dem sich Touristen gerne ablichten lassen, bevor sie dann ihre Hand an Julias Brust rubbeln. Wer diesen etwas skurrilen Ort sehen will, sollte sich möglichst morgens auf den Weg machen, da frühstücken viele Touris noch in den Hotels. Fazit: Gehört dazu, man muss hier aber nicht viel Zeit einplanen.

Einen Abend in der Oper verbringen

Einen Abend in der Arena zu verbringen gehört für viele zu einem Verona-Urlaub wie Mozzarella zu Pizza. Das römische Amphitheater ist immerhin das drittgrößte antike Theater der Welt. Knapp 30.000 Menschen fanden hier zu Gladiatorenkämpfen Platz. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird es wieder für Aufführungen benutzt. Tickets gibt es teilweise schon für unter 30€ – allerdings mit einigen Einschränkungen. Diese Dinge hätte ich gerne vorher gewusst:

Wer auf den billigen Rängen Platz nimmt, sitzt mit seinem Poppes für Stunden auf dem harten Steinboden. Einheimische und Verona-Kenner haben Kissen dabei, der Unwissende kann eines für 3€ ausleihen. Die Plätze bieten weniger Beinfreiheit als jeder Billigflieger und wer einen Platz mit direktem Blick auf die Bühne erwischen will, sollte schon ca. 2 Stunden vorher da sein. Angeblich darf man hier kein Essen oder spitze Gegenstände mitbringen. Die meisten Italiener neben uns veranstalteten aber ein Picknick, was so manche Familienfeier bei uns erblassen lassen könnte – Tupperdosen, Gabeln, Wein und Brote werden zwei Stunden vor der Aufführung munter umhergereicht. Getränke werden übrigens auch in der Arena verkauft, Toiletten gibt es natürlich auch. Eigentlich darf man dann auch nicht filmen, aber wenn der erste Ton auf der Bühne ertönt, wird es ganz still in der Arena und nur noch tausende Handybildschirme leuchten auf. Still sein muss man allerdings auch, denn sonst würde man auf den billigen Plätzen wirklich gar nichts mehr hören. Ein anstrengender Abend, der trotzdem ein echtes Erlebnis war.

Einen Ausflug an den Gardasee machen

Verona hat noch einen Vorteil – es liegt nur ein paar Minuten vom Gardasee entfernt. Tut euch und allen anderen einen Gefallen und lasst eurer Auto stehen. Peschiera del Garda erreicht man problemlos mit dem Zug – etwa 10 Minuten Fahrt. Die Tickets sollte man am besten schon ein paar Tage vorher buchen, wir haben aber auch noch spontan am Sonntag eine Hin- und Rückfahrt am Bahnhof bekommen. In Peschiera haben wir uns in der Panificio Brizzolari mit Pizza und Cannoli eingedeckt, bevor es an den Strand ging. Sehr leckeres Gelato gab es außerdem bei Gelateria Romana.

Anreise – Tipps für ein Wochenende in Verona

Von Süddeutschland aus erreicht man Verona am besten mit dem Zug. Von München aus sind es gerade mal 5,5 Stunden. Außerdem gibt es auch eine Direktverbindung von Wien sowie in den Sommermonaten von Hamburg, Düsseldorf und Berlin. Vom Hauptbahnhof zur Altstadt läuft man zu Fuß etwa 15-20 Minuten, allerdings verkehren hier auch regelmäßig öffentliche Busse. Vom Flughafen braucht man ebenfalls nur etwas 20 Minuten zum Hauptbahnhof, beziehungsweise ins Zentrum. Die Anreise mit dem Auto empfiehlt sich eher nicht, denn es gibt in der mittelalterlichen Stadt so gut wie keine Parkplätze, in der Hauptreisezeit sind die Straßen und Autobahnen voll und vor Ort ist man sowieso nur zu Fuß unterwegs.

Casa Giulietta in Verona

Ausflugsziele in der Nähe von Verona

Das sind unsere Tipps für ein Wochenende in Verona. Auf unserem Bog findest du noch viele weitere Reiseziele in Europa. Schau gerne mal rein und hinterlasse uns auch deine Tipps für Verona. Was haben wir verpasst? Was muss man unbedingt noch gesehen haben?

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